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MEDIENHAUS-Netzwerktag

Wieviel Haltung ist erlaubt?

Flüchtlingskrise, Griechenlandkrise, Pegida, Lügenpresse – das Jahr 2015 fordert Haltung: auch von Journalisten und Medienmachern. Für welche Werte erfahrene Profis in den Medien stehen und wofür junge Journalisten heute einstehen müssen – das war Thema des Netzwerk-Tags der Hörfunkschule Frankfurt. Zu Gast: Journalisten und Medienmacher – zum Beispiel Michel Abdollahi, bekannt durch seine NDR-Reportage „Im Nazidorf“.

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Michel Abdollahi Podium: Haltung in der Ausbildung Andreas Fauth Hanning Voigts über Haltung im Journalismus Jochen Hencke Netzwerktag 2015 Podium: Haltung Udo Stiehl Teilnehmer Twitter #mhn2015
Charlotte MattesMichel AbdollahiMichel Abdollahi

Flüchtlingskrise, Griechenlandkrise, Pegida, Lügenpresse – das Jahr 2015 fordert Haltung: auch von Journalisten und Medienmachern. Für welche Werte erfahrene Profis in den Medien stehen und wofür junge Journalisten heute einstehen müssen – das war Thema des Netzwerk-Tags der Hörfunkschule Frankfurt. Zu Gast: Journalisten und Medienmacher – zum Beispiel Michel Abdollahi, bekannt durch seine NDR-Reportage „Im Nazidorf“.

Die Hörfunkschule Frankfurt lud ein zum Netzwerk-Tag mit dem Thema „Stehen und Einstehen im Journalismus“ am 5. Dezember 2015 im MEDIENHAUS in Frankfurt.

Der iranischstämmige Künstler und Reporter Michel Abdollahi ist mit einem interessanten Selbstversuch aufgefallen: Für das ARD-Magazin „Panorama“ hat er für vier Wochen in einem Neonazi-Dorf in Mecklenburg-Vorpommern gelebt, er hat Leute aus der Szene interviewt und mit ihnen zu Abend gegessen. Auf dem Netzwerktag erzählte Abdollahi von seinem Selbstversuch: Wie wichtig er es findet, mit Menschen - egal welcher politischen Seite - auf Augenhöhe zu sprechen und wie er die Gefahr von AfD und Pegida einschätzt. 

Auch noch lange nach seinem Vortrag konnten die Teilnehmenden mit ihm sprechen, ihm Fragen zu seiner Arbeit und seinen Erlebnissen stellen.

Gemeinsam mit Medienprofis diskutierten die Teilnehmenden, wann und vor allem wofür Haltung im Journalismus wichtig ist.

„Einen guten Journalisten erkannt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten.“, sagte einmal Hanns Joachim Friedrichs, ehemaliger Tagesthemen-Moderator. Gilt das heute immer noch? Oder sind Journalisten gefragt, wenn tausende PEGIDA-Anhänger fremdenfeindliche Parolen rufen? 

Hanning Voigts ist Redakteur für die Frankfurter Rundschau; seine Schwerpunktthemen: Neonazis, Salafismus und Blockupy. Wie wichtig er Medienkritik findet, wie er mit Hassmails von Lesern umgeht und wie Journalisten sich auf gefährlichen Demonstrationen schützen können, erklärte er den Teilnehmern. Sein ernüchterndes Statement: "Gewalt ist Berufsrisiko!".

Außerdem zu Gast: Udo Stiehl, Nachrichtenjournalist für den WDR und Deutschlandfunk. Der Preisträger des Günter-Wallraff-Preises für Journalismuskritik beobachtet sprachliche Fehler in den Nachrichten. Anhand von vielen Beispielen zeigte er, wo in Nachrichten häufig ungenau und falsch berichtet wird. Durch welche formulieren entstehen Undeutlichkeiten, Fehler oder sogar Propaganda? Stiehl hatte eine Reihe an Fehlern mitgebracht, die er den Netzwerktag-Teilnehmern erklärte. Im Podium gemeinsam mit Birgit Arndt (Geschäftsführerin des evangelischen Medienhauses) und Jochen Hencke (früher Moderator bei Radio Andernach, heute Social-Media-Conceptioner) diskutierte er die Frage, wieviel Haltung in der Berichterstattung erlaubt sei. 

Der Hessische Rundfunk sagt: Wir helfen Flüchtlingen! Mit "PEOPLE LIKE ME - Gemeinsam für Flüchtlinge" koordiniert Katrin Krause (youfm & hr3) ein Projekt, mit dem Hörer direkt helfen können. Über eine Website können Flüchtlingsunterkünfte sagen, was sie brauchen - Hörer können das sehen und z.B. ein ungenutztes Fahrrad, Kleidung oder einen Deutschkurs spenden. Krause erzählte vom Projekt: Von dem Problem, dafür Personal zu bekommen, bis zum Klinkenputzen innerhalb des HRs. Ist das Projekt PR für die zwei Pop-Sender?, fragt Andreas Fauth. Klares "Nein!" von Krause: "Selbst wenn die Reaktionen von unseren Hören negativer ausgefallen wären, wir hätten das trotzdem gemacht - das ist eine Herzensangelegenheit."

Wie gewinnen Medienmacher verlorenes Vertrauen von ihren Hörern zurück? Was tun wir gegen den "Lügenpresse"-Vorwurf? Und: Wieviel Hype verträgt Journalismus? Wie lange sollten Journalisten über PEGIDA und Co. berichten und ab wann wird's zu viel? Diese Fragen nahm sich der Verein "Jo-Jo" an. Gemeinsam mit den Teilnehmenden diskutierten sie - jeder konnte mitmachen und -denken.

In einer weiteren Runde sprachen ehemalige Jungjournalisten der Hörfunkschule über Hürden im Job-Einstieg und berichteten von ihren Erlebnissen auf dem Arbeitsmarkt. Zu Gast war Nina Klippel, Reporterin für radioeins und VJ für den SPIEGEL, Charlotte Schulze, Volontärin bei der Evangelischen Journalistenschule Berlin und Jana Klimczak, Volontärin im Hessischen Rundfunk.

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