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#Corona-Krise = Medienkrise

Lohnt sich noch ein Job im Journalismus?

Die #Corona-Krise erfasst die Medien. Zeitungen und kleine Radiosender spüren das sofort: Ihnen fehlt die Werbung. Was bedeutet das für den Journalismus? Lohnt sich noch ein Job in den Medien? Wir wollen das auf einer Videokonferenz diskutieren - hier gibt's die Aufzeichnung zum Nachschauen.

Pixabay

Die Medienhäuser trifft #Corona hart – die Finanzen brechen weg und damit sind sofort die freien Mitarbeiter direkt betroffen. Aber auch Festangestellte gehen teilweise in Kurzarbeit. Deshalb haben wir auf unserer Videokonferenz gefragt: Nach der #Corona-Krise die Medienkrise – Lohnt sich noch ein Start in den Journalismus? Hier gibt es die Videokonferenz nochmal zum Nachschauen.

„Die #Corona-Krise ist für viele Medien kein Wendepunkt, sondern ein Brandbeschleuniger.“, provozierte Chefredakteur Andreas Fauth, Leiter der Hörfunkschule Frankfurt zu Beginn der Videokonferenz, „Die Zahl prekärer Arbeitsverhältnisse wird weiter zunehmen und Qualitätsjournalismus wird sich noch weniger refinanzieren lassen.“ Wenn Veranstaltungen ausfallen, brechen in vielen Medien sofort die Werbeeinnahmen weg: Auf Konzerte, Fußballspiele oder große Tagungen und Diskussionen müssen die Menschen vermutlich noch viele Monate verzichten. „Die Freien Mitarbeiter trifft es dann als erste, wenn große Events und damit Aufträge wegbrechen“, beschrieb Andreas Fauth die drohende Lage in den Redaktionen. Der ARD Digitalexperte Dennis Horn formulierte es etwas sanfter: Die Corona-Krise ist für ihn ein „Katalysator für die eh schon bestehende Entwicklung“.

Große Medienunternehmen von der #Corona-Krise betroffen

Von der Krise wurden schon jetzt etliche Medienhäuser, aber auch lokale Radiostationen erfasst: Sie müssen Kurzarbeit anmelden, um die wegbrechenden Einnahmen zu kompensieren. Die schwierige Lage betrifft auch große Häuser wie die Süddeutsche Zeitung oder Die Zeit. Anders bei Hit Radio FFH in Bad Vilbel: Marco Maier, Geschäftsführer der Radio Tele FFH, bleibt auch in Krisenzeiten optimistisch: „Wir werden an dem Personal als allerletztes Hand anlegen, weil wir die Leute brauchen!" Deswegen seien Jobabbau und Kurzarbeit aktuell kein Thema. „Aber wir müssen schauen, dass sich der Werbemarkt stabilisiert“, so Maier weiter. Anders sehe das aus, wenn ein zweiter Lockdown kommen würde: „Wenn das käme, dann hätte ich keine guten Argumente mehr.“

Mit der #Corona-Krise stehen nicht nur festangestellte Journalisten und Freie Mitarbeiter vor unsicheren Zeiten, sondern auch die Nachwuchsjournalisten. Waren sie bis vor kurzem noch in der komfortablen Situation, dass Medienunternehmen händeringend auf der Suche nach Nachwuchs waren, werden die Chancen für den Einstieg jetzt wieder schwieriger. Dennis Horn, Digitalexperte bei der ARD machte auf der Videokonferenz dem Nachwuchs trotzdem Mut: „Wir brauchen keine eierlegenden Wollmilchsäue, die alles können. Aber wir brauchen die Journalistinnen und Journalisten, die interdisziplinär denken, die die technischen Aspekte verstehen, die andere Seite kennen, wissen, wie die Website und Social Media funktionieren. Sie müssen das nicht alles in der Praxis beherrschen, aber sie müssen wissen, wie es funktioniert.“

"Klassische Medien sind nicht mehr sexy"

Großes Thema der Videokonferenz war die Frage nach einem guten Volontariat - die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten, was ein gutes Volo ausmacht und wie wichtig zuvor ein Studium ist. Denn auch die großen Medien spüren, dass die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber auf ein Volontariat zurückgeht. Dennis Horn: „Klassische Medien sind nicht mehr so sexy“ - Horn berichtete insbesondere vom Interesse junger Menschen an neuen digitalen Medien. 

Charlotte Schönberger, Redakteurin und Reporterin im Hauptstadtbüro von „Der Spiegel“, machte sich trotz Krise für Nachwuchsjournalisten stark. Sie glaubt, dass Nachwuchsjournalisten nach wie vor gebraucht werden. Deswegen lohnt sich aus ihrer Sicht ein Start in den Journalismus. Ihr Tipp: „Wenn man seinen Interessen nachgeht, kann man sehr weit kommen.“ Außerdem sei für sie das Volontariat wichtig, weil „man da Zeit bekommt, Dinge da in Ruhe zu lernen – diese Zeit bekommt man nicht, wenn man schon im Berufsalltag“, etwa weil man als Freier arbeitet.

Dem schloss sich auch Patrick Stricker von der Sportredaktion des Hessischen Rundfunks an und appellierte sehr an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor dem Volontariat zu studieren: „Das Studium vor dem Volo ist super wertvoll für einen persönlich, aber auch um nebenbei Praktika und eine freie Mitarbeit machen zu können.“ Er selbst ist zu Studienzeiten über diverse Sportplätze getingelt und hat darüber berichtet – für seinen Job heute war das natürlich hilfreich.

Alumni der Hörfunkschule berichten über #Corona und die Krise

Nina Klippel ist CvD Social Media bei radioeins vom rbb. Sie analysierte auf der Videokonferenz: „Ich habe das Gefühl, dass gerade im Öffentlich Rechtlichen viel im Digitalen passiert und das ist eine Chance für junge Kollegen, ihr Wissen auszuspielen.“ Ihr Tipp deshalb: Nicht nur auf ein Steckenpferd fokussieren und auch andere Formate und Ausspielwege auf dem Schirm haben.

Luisa Schneider von ZDF Logo berichtete, wie sie #Corona Kindern erklärt: „Kinder haben viel Zeit, sind viel im Internet unterwegs und schnappen ganz viele Corona Infos auf, die aber nicht für Kinder geeignet sind“ – und die muss Luisa Schneider mit dem Team von ZDF Logo gerade beantworten. Das Einordnen sei extrem wichtig für die Kinder. Sie sagt in unserer Videokonferenz „Nach der #Corona-Krise die Medienkrise – Lohnt sich noch ein Start in den Journalismus?“: „So viele Fragen haben wir noch nie von Kindern bekommen – wir müssen die nach und nach einordnen.“

Wer bezahlt in Zukunft die Ausbildung junger Journalisten?

Charlotte Schönberger, Nina Klippel und Patrick Stricker sind Alumni der Hörfunkschule Frankfurt, die hier den ersten Teil ihrer journalistischen Ausbildung genossen haben. Doch auch bei der Ausbildung von jungen Journalisten werden viele Häuser den Gürtel enger schnallen: „Den Nachwuchs trifft es als erstes“, bedauert Andreas Fauth von der Hörfunkschule: „Berufseinsteiger wie Volontäre arbeiten für die Häuser billiger als langjährige Mitarbeiter, an Seminaren und überbetrieblicher Ausbildung im Volontariat wird dann aber gerne mal gespart.“ 

Auch die Evangelische Kirche bleibt mit ihrer Publizistik von Sparmaßnahmen nicht verschont: Denn auch ohne die #Corona-Krise werden der Kirche in den nächsten zehn Jahren wesentliche Teile ihrer Einnahmen wegbrechen – die drohende Schließung der Evangelischen Journalistenschule (EJS) in Berlin ist da nur ein Beispiel. Charlotte Schönberger ist nicht nur Alumni der Hörfunkschule – an der Evangelischen Journalistenschule in Berlin hat sie ihr Volontariat gemacht. Auf der Videokonferenz berichtete, wie sich die Ehemaligen und der Freundeskreis der EJS für den Erhalt der Schule einsetzen.

Hier gibt es die Videokonferenz nochmal zum Nachschauen.

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